03.04.2025
Jürgen Wiesenhofer, Betreiber u. a. der städtischen Rathauskantine, der Kantine des Technischen Rathauses sowie der Polizeikantine in München. Foto: alegra kommunikation
Ökologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region sind in den städtischen Kantinen Münchens auf einem guten Weg.
Bio-Essen in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) anzubieten – das ist eine Herausforderung, die nur durch umfassendes Know-how und mit einem guten Netzwerk zu meistern ist. Um den Verantwortlichen der AHV den Einstieg und die Umstellung zu nachhaltigen, bio-regionalen Lebensmitteln zu erleichtern, bietet die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz München seit mehr als 20 Jahren Unterstützung für Küchenchefs und Gastronomen an. Jürgen Wiesenhofer, Betreiber u. a. der städtischen Rathauskantine, der Kantine des Technischen Rathauses sowie der Polizeikantine hat den Zertifikatslehrgang "Nachhaltige Gastronomie" besucht und seinen Weg der Bio-Versorgung in seinen Kantinen weiter konsequent beschritten: Auf Basis der neuen Bio-Außer-Haus-Verordnung ist sein Unternehmen nun mit Bronze zertifiziert worden, das heißt: Er hat den Anteil der Bio-Lebensmittel sukzessive auf derzeit 36 % erhöht!
Jürgen Wiesenhofer verfolgt seit vielen Jahren den Weg, nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel anzubieten und sein Angebot weiter auszuweiten: "Ich war immer überzeugt, dass es möglich sein muss, auch in Kantinen hochwertige Bio-Lebensmittel aus der Region anzubieten", so Jürgen Wiesenhofer. "Außerdem ist es wichtig, sich ein großes Netzwerk zu schaffen, dem man vertrauen kann. Wir arbeiten mit 21 Bio-Lieferanten zusammen. Die meisten sind kleine, regionale Lieferbetriebe, die aus meiner Erfahrung meistens verlässlicher liefern als der Großhandel. Der Zertifikatslehrgang war ein Baustein für mich, durch den ich mein Know-how zu nachhaltigen Lebensmitteln noch ausbauen konnte."
Ein weiteres wichtiges Angebot sieht er daher auch in "Haus der Kost"-Formaten wie dem Vernetzungstreffen "Küche trifft Region", bei dem Küchenverantwortliche im Speed-Dating Format neue Kontakte zu Lieferanten aus der Region knüpfen können.
Sabine Krieger, stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz, Kreisgruppe München, begrüßt das Engagement Jürgen Wiesenhofers und sieht in den städtischen Kantinen eine Vorreiterrolle: "Hier wird deutlich, dass – anders als oftmals behauptet – Bio-Essen auch in Kantinen möglich ist."
Für Sabine Krieger und Jürgen Wiesenhofer bedeutet das aber auch, dass die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit ökologische Landwirtschaft gefördert wird und Küchenverantwortliche gesunde, ökologisch angebaute und regional-saisonale Lebensmittel anbieten können: "Ökologische Landwirtschaft ist von entscheidender Bedeutung: Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide ergeben sich immense Vorteile für unsere Gesundheit, für die Reinheit unserer Gewässer und Böden sowie den Schutz zahlreicher Arten. Dass Bio an der Kasse 'teurer' ist, liegt auch daran, dass industriell produzierte Lebensmittel oft versteckte Kosten unter den Tisch fallen lassen, die wir als Verbraucher indirekt über Steuern bezahlen. Politik, Unternehmen und Verbraucher müssen hier also an einem Strang ziehen, damit wir die Weichen anders stellen können. Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer wäre zum Beispiel ein Anfang – denn der finanzielle Puffer könnte den Kantinen ermöglichen, hochwertigere Lebensmittel einzukaufen."
Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe München:
Die Projektstelle Ökologisch Essen des BUND Naturschutz (BN), KG München hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige, biologisch-regionale Lebensmittel auf die Münchner Teller zu bringen. Der BN München unterstützt damit den ökologischen Landbau und möchte gutes und gesundes Essen für alle ermöglichen. Die Projektstelle, die vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München gefördert wird, richtet sich gezielt an die Außer-Haus-Verpflegung: Mit Workshops, Kochkursen und einem speziellen Coaching für Küchenverantwortliche bietet die Projektstelle konkrete Unterstützung für den Umstieg auf Bio. Im "Haus der Kost", das vom Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) betrieben wird, leitet der BUND Naturschutz die Koordination und fachliche Umsetzung des Coaching-Programms gemeinsam mit dem Münchner Ernährungsrat e.V.
BUND Naturschutz in Bayern e.V (BN), Kreisgruppe München:
Die Kreisgruppe München ist mit über 30.000 Mitgliedern die größte Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Bayern e.V. Sie ist in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig wie: allgemeine Umweltberatung, Flächenpflege, Arten- und Baumschutz, Wiedervernässung von Mooren, Wespen- und Hornissenberatung, Umweltbildung an Kitas und Schulen, Biodiversitätsberatung sowie Stellungnahmen zu Planverfahren und auch im Bereich ökologischer Ernährung und nachhaltiger Mobilität ist die Kreisgruppe tätig. Geleitet wird die Kreisgruppe München und ihre 20 Ortsgruppen in Stadt- und Landkreis von ehrenamtlichen Vorständen und die Kreisgruppe wird darüber hinaus durch Hauptamtliche unterstützt. Dank parteipolitischer und finanzieller Unabhängigkeit kann sich die Kreisgruppe München eine starke unabhängige Position im öffentlichen und politischen Diskurs erlauben.
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